Sexuelle Liebe als innerstes Phänomen des Sozialen

Das Soziale beginnt dort wo zu einem Menschen weiter Menschen dazukommen, es beginnt als allererstes da wo ein Zweiter dazukommt und die beiden sich begegnen. Dies als die innerste Zelle quasi des Sozialen Organismus zu betrachten, dies zu untersuchen und zu begreifen das ist mein Anliegen, da kam ich nun die Tage darauf. Ein neuer Bekannter, der auch in Sachen Dreigliederung forscht, brachte mich darauf mit der Begrifflichkeit der „Phänomenologie der Begegnung".

Und ein “spezieller” Fall der Begegnung ist der, da sich die Liebe in ihrer ganzen Bandbreite manifestiert, das heißt beim “Verkehr der Geschlechter”. Man könnte nun entweder davon ausgehen das sich zwei Menschen schon lange kennen und Partner sind, Ehepartner vor der sozialen Realität der Menschen oder durchaus möglich das sie sich gerade begegnen und dieses einfach durchlaufen in “Eile” -

Und sie kommen also zu dazu dass sie miteinander schlafen, die Liebe physisch vollziehen wie man sagt.
Der Prozess ist ja nun einmal geprägt von Hingabe, von Öffnung gegenüber dem Anderen. Man selbst als spirituelles Wesen, zeigt sich in seiner Beschaffenheit, wie man sich selbst erlebt, wie man in seinem Körper drinsteckt, wie man ihn erlebt, das physische, das seelische und das geistige im Menschen werden hier zu einer Homogenität und erlebbar, erlebbar gemacht für den anderen

...Geistesleben...

Von daher ist dies also quasi ein Vorgang den man aus Sicht der Dreigliederung zum Geistesleben rechnen kann, wie zwei Menschen sich erfahren, in ihrer Individualität, in ihrer geistigen besonderen Art und sich gegenseitig so lassen wie sie sind, also die Freiheit ist ja auch ganz wesentlich dabei, da mögen wohl viele Menschen auch gleich zustimmen, da ja man schließlich freiwillig dazu bereit sein muss, wie jeder weiß.

Es ist ebenso ein Schöpfungsakt (wenn man dem folgenden zustimmen möchte – ist damit ein kreatives Tun, Domäne des Geisteslebens), da man ermöglicht dass ein Mensch auf die Welt kommt. Inwieweit man mit seelischem oder geistigem an der Entstehung des neuen Lebens beteiligt ist, das ist sicherlich je nach Weltsicht verschieden, für mich war ein schöne Anschauung was ich in letzter zeit gehört habe, dass die Seele die inkarnieren möchte, dass sie die Eltern wählt, in einem gewissen Zeitraum und -punkt bevor sie in den Körper, in die ersten Zellen einzieht. Und dass die körperliche Liebe erst damit vervollständigt wird, dass die beiden Partner sich bewusst sind das sie hier gemeinsam am Schöpfungsprozess beteiligt sind. Ob physisch die Zeugungs- oder Empfängnisfähigkeit gegeben ist, ist dabei nachrangig, es geht um die seelische Erfahrungsmöglichkeit der Partner in der Betrachtung.

... Und die Rechts-Sphäre

Doch zurück zum sozialen Vorgang. Ob die Rechtssphäre hier auch zu betrachten wäre, frage ich mich noch. Fangen wir mal damit an dass man das Recht als Mensch hat auf (ab und zu) allein bleiben, das Recht darauf keine Sex zu haben (sowas aber auch!), ein Recht dessen Verstöße dagegen unser soziales immer noch als Schatten belasten.

Dann gibt es ja noch die Phrase von den ehelichen Pflichten :) da die Bandbreite der Bedürfnisse des Menschen auch Sex umfasst, durchaus als nicht unwesentliches, ist es bei monogamer Bindung auf lange Zeit ja auch eine Pflicht dem anderen den Sex zu ermöglichen. Sehr toll abstrakt gesagt, na hoffentlich sind die meisten Menschen auch sehr gerne bereit dazu.

Des weiteren ist es ein Recht des Menschen, des kleinen Kindes, die Liebe der erwachsenen Menschen um es herum zu erleben – als Teilbereich des Rechts auf das Erleben eines aktiven Geistesleben, wie ich neulich über die Rechte der Heranwachsenden schon beschrieb.

Dies wären so die Aspekte, die mir auf Anhieb einfallen.

Alles Liebe! :-)