Rechtssphäre und ihre Störungen im Spannungsfeld von Familie und Schule

Die Problematik der Hausaufgaben und ihrer Erledigung nehme ich heute mal zum Anlass zu Betrachtungen über die Dreigliederung. Die Keimzelle des Sozialen - die Familie; und das etwas größere gruppen- artige, die Schule bzw. die Schulklasse in die die Kinder gehen, um sich zu bilden / gebildet zu werden; Und an Hand dessen lässt sich die Dreigliederung schon sehr gut begreifen.

Zur Familie hatte ich mir schon mal allerhand überlegt: Es gibt ein gemeinsames Wirtschaftsleben, den Haushalt sowie die materiellen Bedürfnisse, eine Rechts-Sphäre der Vereinbarungen, um es kurz anzureißen.

Und die Schule, die ja schwerpunktmäßig dem Geistesleben angehört, hat ja die Sphäre der Vereinbarungen, z.B. die Hausaufgaben. Sie ist aber, was eigentlich das wichtigste in diesem Kontext ist, basierend was das Rechtsleben betrifft auf dem Recht eines jeden Menschen auf Bildung, dass heißt vielmehr: Sie sollte es sein, denn in der heutigen Zeitlage ist dieses Recht verheddert und wurde zur banalen Schulpflicht. Das eigentlich anzustrebendes Recht auf Bildung, bzw. deessen Erfüllung kann auf Grund des allgemein abgeflachten Geisteslebens keiner mehr prüfen, denn was echte Bildung ist, die in Freiheit genossen wird, weiß schon kaum jemand mehr. Also blieb über die Jahre unserer einheits- staatlichen Gesellschaft nur noch das Durchsetzen einer Schulpflicht zu deren Anwälten laut der Landesgesetze immer mehr die Eltern wurden: Sie müssen ihr Kind in die Schule senden unter Strafandrohung, sie müssen die Hausaufgaben überwachen. Und so haben wir diese Verdrehungen und Irrungen der Sphären im Großen, sie wirken ins Kleine, in die Familie, hinein.

Und nun komme ich zum konkreten Anlass, dass heißt mir fällt nun eben ein, wie ich heute erlebte, dass die Tochter nach der Schule zur Mutter sagt: Ach bitte ich will erst Pause haben, Computerspielen bis zum (späten) Mittagessen, ca. eine Stunde und dann mache ich Hausaufgaben. Und wie es so oft kommt diese (unter Druck) gegebene Vereinbarung, wurde nicht eingehalten.

Dass meine Lieben so miteinander umgehen bringt dann schon mein Rechtsempfinden ins Trübe und ich suchte nach Wegen ihr das zu kommunizieren - dann war ich an einem gewissen Punkt auch harsch zur Tochter und sage: Mir ist es wichtig dass ich die Welt um mich herum einigermaßen verstehe und da widerspricht was ich hier mit Euch erlebe, ihr macht dies und das aus und dann ist es später anders ohne dass man es kommuniziert, ohne dass man sich füreinander interessiert und darauf wert legt dass ich es mitbekomme? Sieh doch, dass verstehst du, oder? Dass ist mein Grundbedürfnis, Verlässlichkeit, sich verstehen usw. und dass ist hier gar nicht erfüllt.
Und sie kam nicht dazu, d.h. sie hat gar nichts kommuniziert dazu, dabei bin ich da schon recht gut, stelle Ja/Nein-Fragen um durch Körper-Reaktionen es leichter zu machen im Gang zu halten, bzw. suggestiv fragen um die Antwort die derjenige sicherlich geben wird, bereits vorweg zu nehmen, so dass ich sie bei Stange halte, in Kontakt.
Nun ja, die Sache war auch vom Leben, vom Schicksalhaftem, biographischen her vorprogrammiert, und mit dem Zocken konnte sie einfach nicht aufhören und so wurde es wild. Und jedenfalls konnte ich sie verbindlich Drängen dass sie sich im selbigen Zimmer beruhigt anstatt wegzurennen, damit nicht wieder eine Wunde, eine Verletzung und ein Riss zwischen einander entsteht, bleibt. Und insofern ging das glimpflich hab.
Und eben der Anlass und das Sinnieren mit der Frau Mama führte mich zu einem etwas klareren Sicht auf diese Dinge, und Sachverhalte.
Im Grunde ist es die Pflicht der Kinder im Haushalt sich zu beteiligen, dass ist etwas das man schon aus Gefühl der Gerechtigkeit leicht verstehen kann miteinander, und das haben wohl die meisten auch noch beim kleineren Kind erlebt, wie es gerne und wunderbar interessiert mitwirkt. Ab der Zivilisationskrankheit „Pubertät“ plötzlich ist man dann Feind; Aber ich schweife aus - zurück zur Rechtssphäre, dass man diese Vereinbarungen und ihr mögliches Nicht-einhalten sehr leicht ahnden kann, also in dem man in wertschätzendem Gespräch sich auf die Bedürfnisse, die universellen gemäß z.B. Gewaltfreier Kommunikation(GFK). Dann würde Erziehung, die sogenannte, einfach werden.

Insofern man nach einigen Jahren Staatsschule jedoch schon diese anfänglich genannten Verwicklungen vielfach (er)lebt, ist die Sache schon so verworren, dass man sehr viel Liebe und innere Weisheit braucht um dies letztendlich noch zu transformieren.