Dreigliederung in der Familie

Nun bin ich an etwas sehr spannendem dran, etwas das mich auch fortwährend persönlich betrifft, und zwar der Keimzelle der Gesellschaft - so nennt man es wohl - die Familie. Wie sind dort die Glieder vertreten? Wie bildet sich das Bewusstsein über die Glieder im heranwachsenden Menschen, darüber hatte ich ja schon geschrieben. Und auch die Frage wie man das Thema im Rahmen schulischer Bildung näherbringt, kam ja im Arbeitskreis schon auf und ich hatte einiges notiert.

Der Mensch als Rechtswesen, und das zum Begriff des Rechts und der Pflichten auch der Begriff der Bedürfnisse passt, wurde mir klar aus der GFK (Gewaltfreie Kommunikation). Dort habe ich erfahren dass die Bedürfnisse als universelle menschliche Bedürfnisse gesehen werden können, insofern man sie auf die wahren Bedürfnisse runterbricht. Hier kann man sich gegenseitig fühlen, den Mitmenschen als gleichberechtigtes Wesen erfahren indem man sich Methoden der Kommunikation erarbeitet um sich diese Bedürfnisse mitzuteilen und sich anzuhören. Die friedliche Kommunikation und Grundstimmung ist natürlich das erste und grundlegende was in der Familie bewahrt werden muss, bzw. wieder errungen werden muss und streit- und verletzende Situationen im Alltag sollen so gut es geht abgebaut werden.

Familie, dies kann mal grundlegend als Ort der Begegnung aufgefasst werden, miteinander leben und die Grundbedürfnisse bearbeiten, mit den vertrautesten Menschen; es sind also alle Bereiche und Glieder vertreten, und da ja die Prägungen und Muster der Kommunikation am verflochtensten sind, so sind Probleme und Mängel in den Gliedern am schwierigsten zu erkennen, der normative Vergleich mit Zuständen in der Gesellschaft usw. ist schwerlich anzuwenden bzw. muss bloße Theorie und hypothetisch bleiben.

Was ins Auge fällt ist natürlich, dass das Kind von Beginn an ein lernendes Wesen ist und es ist also schon mal in dem Kreis in einem soundso graduell reichen Geistesleben und in einer Atmosphäre wo es künstlerisch-kreativ tätig sein kann – oder auch eher weniger. Kulturelle Überlieferungen werden gepflegt, es werden auch durch Kinder mit starkem Wesen und eigenen Impulsen neue Traditionen und Rituale erfunden, erfunden werden müssen um nicht in Belanglosigkeit abzudriften in einem gesellschaftlichen Umfeld mit geschwächtem Geistesleben. Sobald allerdings die Kinder in die Schule gehen müssen/dürfen, wird dies auch auf neue Weise behandelt werden müssen, es wird hier eine gewaltige Verflechtung, mit eben dem von der Weltwirtschaft materialistischen Charakters dominiertem Schulwesen herangezogen.

Zum zweiten fällt auf, und mir ganz besonders ins Auge dass die Rechtssphäre und eben das Bewusstsein darüber ganz maßgebend ist, wie man als Mensch heranwächst und ob die Familie als starkes Element der Gesellschaft tauglich ist und sich bewährt, wenn man eine mitfühlende Beziehung gepflegt hat untereinander über all die Jahre, denn sobald die Umbruchszeit kommt, was gewöhnlich als Pubertät bezeichnet wird, sobald die Sozialisation ein Ausmaß angenommen hat, so dass die kollektiven Werte und Unwerte greifen, das heißt also die Mängel an Dreigliederung die kollektiv vorherrschen beim Jugendlichen sich manifestieren, dann eben werden fehlerhaftes, stiefmütterliches Behandeln der Rechtssphäre sich im Bruch voneinander zeigen.

Das Wirtschaftsleben, dass ich mir in der Mindmap als die üblichen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten notiert habe, habe ich bisher nur am Rande für wichtig angesehen. Von brüderlichem Wirtschaften als Leitbild zu sprechen, erscheint mir zu hochgestochen, die Familie im modernen städtischen Leben, ist ja quasi so gut wie nie mehr eine produzierende sondern eine fast rein konsumierende. Es sind also die Aspekte der Versorgung - und diese nach eben den möglichst wahren Bedürfnissen - zu ermessen und gemeinsam zu bewerkstelligen.

Für die Mindmap und dauerhafte Einsichten lege ich einen Artikel im Buch hier an.