Charakterisierung der Glieder - hier: Rechtsleben

Die Glieder des Sozialen Organismus in ihren wesentlichen Eigenschaften zu charakterisieren - dass war mein Bestreben in der letzten Zeit.

Also in welcher Denkweise man jeweils in den Situationen bzw. den Einheiten des Zusammenlebens sich einfinden muss damit man versteht was läuft, was harmoniert, und was unrund läuft.

Rechtssphäre

Die zuletzt bearbeitete Sphäre ist die der Rechten und Pflichten. Wer muss was tun, wer hat das Recht auf etwas? Ist eine gewisse Gerechtigkeit spürbar? Es geht hier um einander fühlen, erfühlen wie es den Anderen geht, was anliegt für die Gruppe. Es ist Empathie erforderlich.

Es ist in gewisser Weise ein ständiger Abgleich. Es geschieht in kleinen Maßstäben, in Familie und kleinen Zellen des Zusammenlebens ziemlich automatisch würde ich meinen. Hoffentlich jedefalls.

Aus dem durchs Gefühl sich ergebenden Handlungsweisen und der immer wiederkehrenden Reflexion, wie es damit geht, werden Regeln abgeleitet, diese sind zuerst ja nur als Gewohnheiten verankert, durchs Aussprechen werden sie bewusst;

Die Ablösung der vorherigen gesellschaftlichen Ordnung vollzieht sich auf eine vielfach "mysteriöse Weise". Das Ideal einer Menschheit die sich gegenseitig als gleichberechtigt akzeptiert erfordert den Austausch in vielen Kreisen von klein bis groß. Die bisherigen Gesetze und Regeln müssen stückweise hinterfragt werden und in ihren Mißbräuchen aufgedeckt und von der Basis her neu erschaffen werden.

Das Recht das aus Überlieferung her galt, ist verwoben mit den Urteilen die aus einem Mangel an Geistesleben weiter ihr Unwesen treiben. Als Beispiel könnte man moralische Glaubensätze aus der Religionslehre und dergleichen nennen.

Die grundlegenden Rechte, die ja mit den universellen Bedürfnissen der Menschen zusammenhängen, sie müssen noch auf langem Weg bewusst werden; Das Bewusstmachen eines Bedürfnisses heisst noch nicht dass es unbedingt erfüllt werden muss; Wesentlich ist, dass derjenige in seinem Bedürfnis vom Umfeld wahrgenommen werden muß bzw. sollte: Der Heranwachsende, der sein Recht auf Teilhabe versucht auszuleben, der das Bedürfnis in gewisser Weise äußert, auf den kann man empathisch eingehen; die Erfüllung kann vielfach ja nicht ganz oder nur zum kleinen Teil gelingen, da die äußeren Umstände es nicht erlauben. Sei es dass man im Handwerk oder Landwirtschaft eine Maschine bedienen will, jedoch die Arbeitseinteilung es nicht erlaubt dass man in die Bedienung eingeführt wird, dies sei in diesem Fall mal als unabdingbar angenommen.

Dies geht so weiter bis in die Meso-Sphäre und in die großen Regionen. Es ist keineswegs nötig dass jeder überall mitredet, sondern es muss das allgemeine Gefühl präsent sein, dass ein jeder in gewissem Ausmaß gesehen wird, wahrgenommen wird.

So kann das zivile Zusammenleben bis in die höheren Einheiten durch Mitbestimmung und Teilhabe eine völlig neue Ausprägung erlangen. Die Verwaltenden und Umsetzenden von Beschlüssen und Entscheidungen, sind in stetem Kontakt zu den "Betroffenen", in der Region, gemäß Subsidaritätsprinzip; Und so wird dann so etwas wie Parteien, deren Programme und Werbung für Parteien und auch das bisherige Wahlverfahen von einer ganz anderen Qualität abgelöst werden.

Wie verhält man sich denn nun, bei der Transformation des Sozialen, dem Mitbestimmen, eben was zum Beispiel das Wählen betrifft? Aus meiner Erfahrung stellt es sich so dar, dass ich auch hier auf mein Gefühl achten darf und muß. Die Prozedur des Wählens, von der Reklame bis zum Urnen-Gang hat bei mir dann bald ein sehr schales Gefühl hinterlassen. Die gewisse Ohnmacht; Und wegen der angeblichen Selbstverständlichkeit des Vorgangs und Mangel an Vision findet man mit diesem Gefühl auch oft wenig Empathie von Anderen, hier haben sich Verhaltensweisen von Zynismus und Sarkasmus eingeprägt...

Hier würde dann der Prozess, das Reale Tun jeweils das leitende Element sein. Dies klingt nun erstmal abstrakt, dazu später mal.

Ausblick

Der Charakter des Geisteslebens und auch der des Wirtschaftens ist ein völlig anderer. Hierzu an anderer Stelle.